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Fallbeispiele Sozialpädagogische Fachlichkeit

52
  • Mila, 3 – „Sie klammert und stößt weg“
  • Marvin, 9 – „Ich will nach Hause, auch wenn’s da weh tut“
  • Niko, 13 – „Ich will keine Hilfe, ich will Ruhe“
  • Leonie, 4 – „Ich mag keine Umarmungen“
  • Fabio, 16 – „Ich hab alles verloren, aber keine Tränen“
  • Elias, 10 – „Ich hab keine Freunde, und das ist meine Schuld“
  • Ronja, 6 – „Wenn Nähe Angst macht“
  • Jaron, 14 – „Ich passe hier nicht rein“
  • Moritz, 17 – „Ich brauch keinen Betreuer“
  • Anton, 8 – „Ich hab die Fehler gemacht“
  • Jasmin, 15 – „Ich hab keinen Plan für mein Leben“
  • Kim, 5 – „Ich bin lieber still“
  • Elif, 9 – „Ich rede nicht mit Männern“
  • Louis, 9 – „Ich darf nicht verlieren“
  • Sophie, 13 – „Ich mach das schon alleine“
  • Tarek, 17 – „Ich brauche keine Hilfe von Fremden“
  • Lara, 6 – Wenn Stille laut wird
  • Fiona, 16 – „Ich will niemandem vertrauen“
  • Ramin, 15 – Zwischen Kulturen und Loyalitäten
  • Celine, 7 – „Wenn Mama traurig ist, darf ich nicht fröhlich sein“
  • Marvin, 10 – Zwischen Anpassung und Ausbruch
  • Mia, 11 – „Ich bin zu blöd“
  • Jonas, 17 – Zwischen Loyalität und Ablösung
  • Marleen, 4 – „Ich darf nichts sagen“
  • Fabian, 12 – Wenn Angst hinter Aggression steckt
  • Nadim, 8 – „Ich bin böse“
  • Rafael, 16 – „Ich will arbeiten, nicht reden“
  • Kira, 5 – „Ich will zu Mama!“
  • Nico, 14 – „Wenn niemand an mich glaubt“
  • Jana, 13 – Wenn Hilfe zu viel Nähe bringt
  • Patrick, 17 – Zwischen Straße und Hilfeplanung
  • Amira, 9 – Wenn Schweigen Schutz bedeutet
  • Malte, 15 – „Ich will nicht schon wieder wegmüssen“
  • Deniz, 18 – Zwischen Freiheit und Überforderung
  • Elena, 5 – Wenn Nähe Angst macht
  • Mira, 14 – Wenn das Netz zur Waffe wird
  • Jonas, 13 – Wenn Grenzen verschwimmen
  • Ahmed, 15 – Zwischen zwei Welten
  • Jan, 17 – Wenn Leben und Tod Thema werden
  • Lara, 12 – Zwischen zwei Welten
  • Nadia, 11 – Wenn Sicherheit erst gelernt werden muss
  • Selina, 9 – Zwischen Schweigen und Hilferuf
  • Mara, 13 – Wenn Helfer nicht an einem Strang ziehen
  • Timo, 14 – Wenn Wut zum Schutz wird
  • Sophie, 15 – Zwischen Depression und Lebensmut
  • Kevin, 16 – Zwischen Selbstbestimmung und Selbstzerstörung
  • Leon, 4 – Wenn Vertrauen neu gelernt werden muss
  • Emilia, 3 – Plötzlich weg von Zuhause
  • Nadine, 15 – Zwischen Eigenverantwortung und Schutzauftrag
  • Sven, 16 – Zwischen Abwehr und Beziehung
  • Mila, 10 – Zwischen Mitbestimmung und Überforderung
  • Lukas, 13 – Zwischen Loyalität und Selbstschutz

Fallbeispiele Handlungsfelder der Kinder- und Jugendhilfe

16
  • Sandra, 28 – „Ich kann keine Hilfe gebrauchen“
  • Jonas, 17 – „Ich will raus aus dem Heim, aber nicht auf die Straße“
  • Familie K. – „Wir sind doch keine schlechten Eltern!“
  • Familie D. – „Alle machen was, aber keiner zusammen“
  • Emil, 10 – „Ich will endlich bleiben“
  • Jule und Dennis – „Wir schaffen das nicht mehr“
  • Nadine, 31 – „Ich hab keine Kraft mehr“
  • Bastian, 9 – „Ich bin hier falsch“
  • Timo, 14 – Wenn Hilfen nicht zusammenarbeiten
  • Selina, 10 – Zwischen Schule und Tagesgruppe
  • Ramona, 30 – „Ich mach das alles falsch“
  • Paul, 10 – „Ich will gar keine Hilfe!“
  • Theresa, 32 – „Ich will, dass ihr den Kindern helft, nicht mir“
  • Noah, 10 – Wenn Hilfe endet, bevor sie wirkt
  • Yvonne, 35 – „Ich will keine Hilfe mehr“
  • Pascal, 10 – Wenn Hilfen sich im Kreis drehen

Fallbeispiele Recht, Verwaltung & Finanzierung

10
  • Selin, 15 – „Alle wollen Infos, aber ich will nicht, dass es rumgeht“
  • Kevin, 15 – „Ich bin kein Fall, ich bin ein Mensch“
  • Alicia, 14 – „Ich will nicht, dass ihr alles aufschreibt“
  • Hakan, 16 – „Ich will nicht, dass jemand über mich entscheidet“
  • Selma, 17 – Datenschutz und Beziehungsarbeit
  • Daniel, 18 – „Ich hab ein Recht auf Fehler“
  • Carla, 16 – „Ich sag gar nichts mehr!“
  • René, 17 – „Ich hab doch nix gemacht!“
  • Sabrina, 17 – Wenn Hilfe zur Kontrolle wird
  • Jonas, 14 – Datenschutz, Schweigepflicht und Schutzauftrag

Fallbeispiele methodische Fähigkeiten

24
  • Yasin, 16 – „Ich will aufhören, aber nicht fühlen“
  • Laila, 14 – „Ich trau nur Tieren“
  • Melina, 15 – „Ich will, dass’s mir endlich egal ist“
  • Meryem, 12 – „Ich explodiere und weiß nicht warum“
  • Deniz, 17 – „Ich brauche Fakten, kein Gelaber“
  • Sven, 13 – „Ich will nicht reden, ich mal“
  • Laura, 16 – „Ich krieg meine Wut nicht weg“
  • Jannis, 11 – „Ich bin ein Problemkind“
  • Nele, 14 – „Ich will nicht wieder enttäuscht werden“
  • Rico, 15 – „Ich dreh gleich durch!“
  • Amira, 13 – „Ich hasse alle Mädchen“
  • Henry, 17 – „Ich hab keinen Bock auf Therapie“
  • Jonas, 12 – Wenn Scham zur Mauer wird
  • Patrick, 16 – Zwischen Krise und Kontrolle
  • Amelie, 14 – „Ihr versteht mich eh nicht“
  • Lenny, 13 – Wenn Worte zu Waffen werden
  • Jule, 17 – „Ich hau ab, wenn ihr weiter nervt“
  • Lea, 13 – „Niemand hört mir zu“
  • Finn, 15 – „Ich raste gleich aus!“
  • Tim, 12 – Wenn Wut reden ersetzt
  • Lisa, 11 – „Ich hasse Schule!“
  • Selim, 16 – „Ich rede nicht mit Deutschen“
  • Leonie, 16 – Zwischen Rückzug und Eskalation
  • Aylin, 12 – Wege aus der Sprachlosigkeit
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Mila, 10 – Zwischen Mitbestimmung und Überforderung

(Modul 1 – Sozialpädagogische Fachlichkeit)

Thema: Beteiligung und Teilhabe
→ Partizipation in Gruppenprozessen, Mitspracherecht und pädagogische Grenzen.

Mila ist zehn Jahre alt und lebt seit knapp einem Jahr in einer teilstationären Tagesgruppe (§ 32 SGB VIII). Sie besucht die vierte Klasse einer Grundschule. Der Weg in die Jugendhilfe begann, als Lehrerinnen und die Schulsozialarbeiterin wiederholt auf Verhaltensauffälligkeiten hinwiesen: Mila reagierte aggressiv, verweigerte Aufgaben und zog sich bei Kritik komplett zurück.

Zu Hause lebt sie mit ihrer Mutter und dem Stiefvater. Der leibliche Vater hat kaum Kontakt. Die Mutter arbeitet im Schichtdienst, der Stiefvater ist häufig arbeitslos und neigt zu cholerischen Ausbrüchen. In der Familie herrscht eine wechselhafte Stimmung: Zeiten von Nähe und gemeinsamen Unternehmungen wechseln sich mit lautstarken Auseinandersetzungen ab.

In der Tagesgruppe zeigt Mila sich zunächst misstrauisch, lehnt Regeln und Strukturen ab. Nach einigen Wochen gelingt es ihr, einzelne Beziehungen aufzubauen, vor allem zu einer Betreuerin, der sie vertraut. Sie beteiligt sich gern an kreativen Angeboten, verweigert jedoch konsequent Hausaufgaben oder Gesprächsrunden. Häufig sagt sie: „Ich entscheide selbst, wann ich was mache.“

Im Team wird entschieden, Mila stärker in Alltagsentscheidungen einzubeziehen, um ihre Eigenverantwortung zu fördern. Sie darf z. B. selbst wählen, welche Aufgaben sie zuerst erledigt oder welche Freizeitangebote sie mitgestaltet. Anfangs wirkt das positiv: Mila beteiligt sich an Gruppengesprächen und schlägt neue Ideen für die Freizeitgestaltung vor. Doch nach einigen Wochen kippt die Stimmung. Mila besteht auf Sonderregeln, lehnt Entscheidungen der Gruppe ab und wirft den Betreuern vor, sie „nicht ernst zu nehmen“.

In einer Gruppensitzung verlässt sie wütend den Raum, weil ihr Vorschlag, eine bestimmte Aktivität zu machen, von den anderen Kindern überstimmt wurde. Später sagt sie: „Dann braucht ihr mich auch nicht mehr fragen, wenn ihr eh macht, was ihr wollt.“

Die pädagogischen Fachkräfte stehen vor einem Dilemma: Einerseits möchten sie Mila ernsthaft beteiligen und ihr Autonomiegefühl stärken. Andererseits erleben sie, dass sie Verantwortung teilweise nicht tragen kann und bei Gegenwind in alte Verhaltensmuster fällt. Einige Teammitglieder fordern, klare Grenzen zu setzen und Beteiligung stärker zu steuern. Andere sehen darin ein Risiko, Milas Mitbestimmung zu entwerten und ihr Vertrauen zu beschädigen.

Beim nächsten Hilfeplangespräch (§ 36 SGB VIII) soll Mila erstmals selbst teilnehmen. Die Frage ist, inwieweit sie altersangemessen auf dieses Gespräch vorbereitet und darin tatsächlich beteiligt werden kann, ohne sie zu überfordern.


Pädagogische Leitfrage für die Qualifizierung:

Wie kann Beteiligung so gestaltet werden, dass Kinder wie Mila ernsthaft einbezogen werden, ohne sie mit Verantwortung zu überfordern, die sie (noch) nicht tragen können?


Bezug zum Curriculum:

  • Handlungskompetenz: Gestaltung von Beteiligungsprozessen in konflikthaften Situationen.
  • Beteiligung und Teilhabe: Umsetzung von § 8 SGB VIII (Beteiligung von Kindern und Jugendlichen) im Gruppenalltag und im Hilfeplanverfahren.
  • Sozialpädagogische Fachlichkeit: Abgrenzung zwischen kindgerechter Mitbestimmung und pädagogischer Verantwortung.
  • Recht: Beteiligungsrechte, Kindeswohl, Schutzauftrag.
  • Methoden: Partizipative Gesprächsführung, kindgerechte Entscheidungsräume, Reflexion von Macht und Verantwortung in pädagogischen Beziehungen.
Updated on 20. Januar 2026

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