(Modul 1 – Sozialpädagogische Fachlichkeit)
Thema: Sozialpädagogische Fachlichkeit
Malte ist 15 und seit drei Jahren in verschiedenen Wohngruppen untergebracht. Jedes Mal endete der Aufenthalt mit Eskalationen. Er reagiert empfindlich auf Autorität, packt plötzlich seine Sachen und verschwindet für Tage. Die aktuelle Einrichtung will den Kontakt halten, auch wenn er wieder wegläuft.
In Gesprächen wird klar: Malte erlebt jede pädagogische Maßnahme als drohende Abschiebung. Er erzählt: „Immer wenn ich wem vertraue, kommt ein neues Heim.“ Das Team erkennt, dass Stabilität über Beziehung und Transparenz laufen muss, nicht über Kontrolle.
Die Fachkräfte vereinbaren: keine sofortigen Konsequenzen bei Rückkehr nach Weglaufen, sondern Reflexion. Malte erlebt erstmals, dass er bleiben darf, auch wenn er Fehler macht. Nach einigen Monaten entsteht eine vorsichtige Bindung.
Pädagogische Leitfrage:
Wie kann Kontinuität in stationären Hilfen hergestellt werden, wenn Jugendliche durch häufige Beziehungsabbrüche misstrauisch geworden sind?
Bezug zum Curriculum (Modul 1 – Sozialpädagogische Fachlichkeit):
- Handlungskompetenz: Bindungsorientierte Haltung.
- Beteiligung: Mitverantwortung am Hilfeprozess.
- Sozialpädagogische Fachlichkeit: Beziehungsstabilität, Reflexion.
- Recht: § 34 SGB VIII, § 36 SGB VIII.
- Methoden: Biografiearbeit, Beziehungskontinuität, Team-Reflexion.