(Modul 4 – Methodische Fähigkeiten)
Thema: Methodische Fähigkeiten – Tiergestützte Pädagogik nach Traumatisierung
Laila wurde nach massiver Vernachlässigung in eine Wohngruppe aufgenommen. Menschen meidet sie, Tieren nähert sie sich sofort. Das Team entscheidet, tiergestützte Pädagogik einzubeziehen. Eine Bezugserzieherin arbeitet mit einem Therapiehund. Über Wochen darf Laila das Tier zunächst nur beobachten, später füttern, dann streicheln.
Durch die Beziehung zum Tier erlebt sie bedingungslose Akzeptanz. Der Hund reagiert nicht auf Sprache, sondern Körpersignale. Diese Interaktion senkt Lailas Anspannung. Sie beginnt, das Tier zu versorgen, übernimmt Verantwortung. Später überträgt sie die Beziehungserfahrung auf Menschen: „Er vertraut mir – vielleicht kann ich auch euch vertrauen.“
Nach sechs Monaten ist Laila in der Gruppe sozial integriert, besucht wieder regelmäßig die Schule.
Pädagogische Leitfrage:
Wie kann Tiergestützte Pädagogik Brücken zur Beziehung schaffen, wo Worte versagen?
Bezug zum Curriculum:
- Handlungskompetenz: Emotionale Stabilisierung
- Sozialpädagogische Fachlichkeit: Beziehung über Resonanz
- Recht: § 34 SGB VIII
- Methoden: Tiergestützte Intervention, Verantwortungstraining